Edge Computing ist ein noch relativ neuer Begriff, der uns hier bei n-komm in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen wird. Was es damit auf sich hat und wer davon in Kombination mit der Cloud profitieren wird, steht in diesem Beitrag.

 

Übersetzt man „Edge Computing“ wortwörtlich, würde dabei „Kanten-Computing“ herauskommen (nicht zu verwechseln mit „Quanten Computing“). Mit „Kante“ ist in diesem Fall die Kante oder der Rand eines Netzwerks gemeint, an dem sich ein Rechner befindet, der dort bestimmte Aufgaben übernimmt. Zu diesen Aufgaben gehört oft das lokale Verarbeiten von Daten, die möglichst schnell zur Verfügung stehen sollen.

 

 

Einzelhändler entdecken das Edge Computing für sich

 

Diese Form der dezentralen Datenverarbeitung richtet sich zum Beispiel an Einzelhändler, die ein weites Netz an Filialen aufspannen, die mittels einer gemeinsamen Cloud-Infrastruktur verbunden sind. Allerdings, und hier kommt das Edge Computing ins Spiel, sind die Internetkapazitäten gerade im ländlichen Raum oft nicht für den schnellen Datenaustausch zwischen Arbeitsplatzrechnern der Filiale und dem Cloud-Server geeignet. Um diesen Mangel möglichst zu beheben, setzen diese Unternehmen immer öfter auf besagtes Edge Computing.

 

Hierzu kommen in den Niederlassungen leistungsstarke Server zum Einsatz, auf denen sämtliche Daten gespeichert werden, und sei es nur temporär, bis sie aus Gründen der zentralen Datenhaltung auf einen gemeinsamen Cloud-Rechner übertragen werden. Auf dem Edge-Computer werden also alle Daten erfasst, gesammelt und ausgewertet. Damit lassen sich schnell und zuverlässig wichtige Erkenntnisse generieren, die für den Unternehmenszweck unverzichtbar sind.

 

 Im Falle eines Einzelhändlers mit zahlreichen Filialen ist das beispielsweise das Analysieren und Im-Blick-Behalten des Warenbestands, der dann quasi in Echtzeit angepasst und nachbestellt werden kann. Damit müssen die Daten nicht erst aufwändig an die Zentrale übermittelt werden, wo man sie analysiert und verarbeitet, um daraus die richtigen Schritte abzuleiten. Das erledigt dank Edge Computing jede Filiale für sich, und zwar ganz autark.

 

 

Mobile Computing und Internet of Thing führen auch zu mehr „Edge"

 

Neben den klassischen Anwendungsszenarien führt auch eine stetige Zunahme der Bereiche „Mobile Computing“ und „Internet of Things“ für eine Dezentralisierung der Rechen- und Speicherkapazitäten. Für das mobile Computing ist nämlich der schnelle und sichere Zugang zum Firmennetzwerk wichtig, was sich mithilfe eines Edge-Rechners zuverlässig erreichen lässt. Und beim Internet of Things bilden selbst Sensoren und Kleinst-Computer ihr eigenes Netzwerk, die lokal fungieren und über eine Cloud-Infrastruktur Daten und Anwendungen gemeinsam nutzen.

 

 

Mehr Datenschutz dank dezentral-zentraler Datenhaltung

 

Ein weiterer Vorteil des Edge Computing ist der verbesserte Datenschutz. Denn im Gegensatz zum Spiegeln sämtlicher Daten in die Cloud (da sie die einzige Speicherinstanz darstellt) bietet der Edge-Computer lokale Speicherkomponenten, auf denen beispielsweise sensible Kundendaten bleiben können, während die weniger kritischen Daten zu einem späteren Zeitpunkt in die Cloud übertragen werden.

 

Was wir ebenfalls vermehrt wahrnehmen ist der Wunsch unserer Kunden, die Edge-Rechner direkt mit der Azure-Cloud zu verbinden, da sich aus diesem dezentral-zentralen Ansatz beide Welten bestmöglich kombinieren lassen. Schließlich entsteht mit Microsoft Azure gerade ein Defacto-Cloud-Standard, mit all seinen Vorteilen für das kollaborative Arbeiten von mittelständischen Unternehmen. Aber dazu gibt es bald mehr auf unserem Blog.

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