Wie automatisiertes Pentesting bei ISO 27001 und NIS2 unterstützen kann

Zwischen zwei Penetrationstests kann sich in einer IT-Umgebung einiges verändern.
Neue Systeme kommen hinzu, Berechtigungen werden angepasst oder Konfigurationen geändert. Damit können auch neue Sicherheitsrisiken entstehen, die beim letzten Test noch keine Rolle gespielt haben.

Gleichzeitig rückt mit ISO 27001 und NIS2 die regelmäßige Überprüfung der IT-Sicherheit stärker in den Fokus. Es geht nicht nur darum, Schutzmaßnahmen umzusetzen, sondern auch darum, ihre Wirksamkeit im Blick zu behalten.

Doch wie lässt sich die eigene Sicherheitslage auch zwischen einzelnen Prüfungen regelmäßig überprüfen? Genau hier kann automatisiertes Pentesting ansetzen.

Automatisiertes Pentesting zur kontinuierlichen Überprüfung von IT-Sicherheitsrisiken

Was genau bedeutet automatisiertes Pentesting?

Beim automatisierten Pentesting prüfen spezialisierte Plattformen eine IT-Umgebung automatisiert auf mögliche Angriffswege. Dabei wird nicht nur untersucht, wo Schwachstellen vorhanden sind, sondern auch, ob und wie sie tatsächlich ausgenutzt werden können.

Damit unterscheidet sich automatisiertes Pentesting von einem klassischen Schwachstellenscan. Während dieser in erster Linie potenzielle Sicherheitslücken identifiziert, wird beim automatisierten Pentesting zusätzlich geprüft, welche davon ein reales Risiko darstellen und welche Angriffspfade sich daraus ergeben können.

Da sich diese Tests regelmäßig wiederholen lassen, können Unternehmen ihre Sicherheitslage häufiger überprüfen und Veränderungen schneller erkennen.

Warum regelmäßige Überprüfungen an Bedeutung gewinnen

Genau diese Wiederholbarkeit ist in dynamischen IT-Umgebungen entscheidend. Was bei einer Prüfung noch gut abgesichert war, kann durch spätere Veränderungen neue Angriffsmöglichkeiten bieten.

Regelmäßige Tests ergänzen deshalb die punktuelle Bestandsaufnahme um einen fortlaufenderen Blick auf die eigene Sicherheitslage.

Auch ISO 27001 und NIS2 greifen den Gedanken auf, Informationssicherheit nicht als einmalige Aufgabe zu betrachten. Dabei setzen beide unterschiedliche Schwerpunkte.

Automatisiertes Pentesting im Kontext von ISO 27001

Bei ISO/IEC 27001 steht der systematische Umgang mit Informationssicherheitsrisiken im Mittelpunkt. Dazu gehört auch, die Wirksamkeit getroffener Maßnahmen zu bewerten.

Automatisiertes Pentesting kann diese Bewertung auf technischer Ebene unterstützen und Hinweise darauf liefern, ob vorhandene Schutzmaßnahmen mögliche Angriffswege tatsächlich unterbrechen.

Automatisiertes Pentesting im Kontext von NIS2

NIS2 richtet den Blick ebenfalls auf den Umgang mit Cyberrisiken und fordert von betroffenen Unternehmen geeignete technische, operative und organisatorische Maßnahmen.

Automatisierte Tests können hier zusätzliche Erkenntnisse darüber liefern, wo trotz vorhandener Absicherung noch Handlungsbedarf besteht.

So können die Ergebnisse dabei helfen, technische Risiken gezielter zu priorisieren und Sicherheitsmaßnahmen auf Basis konkreter Erkenntnisse weiterzuentwickeln.

Security Validation und Analyse von Angriffspfaden beim automatisierten Pentesting

Pentera als Beispiel für automatisierte Security Validation

Wie sich dieser Ansatz in der Praxis umsetzen lässt, zeigt Pentera.
Die Plattform führt automatisierte Angriffssimulationen in verschiedenen Bereichen der IT-Umgebung durch – vom internen Netzwerk über externe Angriffsflächen bis hin zur Cloud.

Für Security-Teams entsteht daraus vor allem eine bessere Grundlage für die Priorisierung. Statt jede gefundene Schwachstelle gleich zu behandeln, lässt sich erkennen, wo tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Wurde ein Risiko adressiert, kann anschließend erneut getestet werden, ob der entsprechende Angriffsweg geschlossen wurde.

Damit lässt sich die Sicherheitslage nicht nur zu einem bestimmten Zeitpunkt bewerten,
sondern nach Veränderungen oder Anpassungen immer wieder neu überprüfen.

Fazit: Sicherheit endet nicht mit dem letzten Pentest

Zwischen zwei Penetrationstests kann sich viel verändern. Automatisiertes Pentesting hilft dabei, genau diese Lücke im Blick zu behalten: Risiken lassen sich regelmäßiger überprüfen und Veränderungen früher erkennen.

Das macht den Ansatz auch im Zusammenhang mit ISO 27001 und NIS2 interessant.
Entscheidend ist dabei aber nicht Automatisierung allein.

Wo es um komplexe Zusammenhänge, individuelle Angriffsszenarien oder eine tiefergehende Bewertung geht, bleibt die Erfahrung von Security Experten unverzichtbar.

Die Stärke liegt deshalb in der Kombination:
Manuelle Penetrationstests gehen gezielt in die Tiefe, automatisierte Tests sorgen für den regelmäßigen Blick dazwischen.

So entsteht ein aktuelleres Bild davon, was am Ende wirklich zählt – ob die eigene IT auch dann geschützt ist, wenn sich seit dem letzten Pentest längst wieder etwas verändert hat.